Manfred Krause, Solingen Regionalratsmitglied Fraktionsvorsitzender Mitglied im Ausschuss für Planung (PA) Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Strukturwandel

Pressemitteilung GRÜNE lehnen Bau eines Bayer04 Leistungszentrums in Monheim grundsätzlich ab

Grüne lehnen Bebau­ung des Grün­zugs an der Alfred-Nobel-Stra­ße entschie­den ab – Schutz von Natur und Klima hat Vorrang

Die Frak­ti­on von Bündnis90/Die Grünen im Regio­nal­rat lehnt die derzei­ti­ge Planung für den Bau eines Bayer04 Leis­tungs­zen­trums in Monheim grund­sätz­lich ab. Das war das Fazit einer Bege­hung, bei der sich am letz­ten Sonn­tag die Frak­tio­nen der Grünen im Regio­nal­rat Düssel­dorf, im Kreis­tag Mett­mann sowie im Stadt­rat Monheim gemein­sam mit der “Inter­es­sen­ge­mein­schaft Monhei­mer Bürger gegen die Pläne von Bayer 04” zu einem Orts­ter­min im Monhei­mer Süden getrof­fen haben, um sich ein Bild von der Lage der bedroh­ten Flächen zu machen.

Noch blüht dort der Raps und wird Getrei­de ange­baut; geht es nach dem Willen von Bayer04 und dem Bürger­meis­ter der Stadt Monheim mit seiner Peto, sollen hier demnächst auf über 20 Hekt­ar 12,5 Fußball­plät­ze mit der dazu­ge­hö­ri­gen Infra­struk­tur entste­hen. Eine riesi­ge Fläche, die zukünf­tig weit­ge­hend versie­gelt und einge­zäunt werden soll – denn die geplan­ten Kunst­ra­sen- und Hybrid­ra­sen­flä­chen sind tech­ni­sche Bauwer­ke, die zwar grün ausse­hen, aber keine Grün­flä­chen sind.

Das ist nicht nur proble­ma­tisch für die Natur: der Grün­zug ist eine wich­ti­ge Verbin­dungs­flä­che zwischen Biotopen.

Bei Rhein­hoch­was­ser ist dieser Bereich für zahl­rei­che Tier­ar­ten die letz­te vorhan­de­ne Flucht­mög­lich­keit im Monhei­mer Süden. „Der Grün­zug muss in seiner vollen Brei­te mindes­tens erhal­ten blei­ben, wünschens­wert wäre sogar eine ökolo­gi­sche Aufwer­tung“, so Sabi­ne Lorenz, Stadt­rä­tin der Grünen in Monheim. 

Auch für die Monhei­mer und Monhei­me­rin­nen bräch­te das geplan­te Trai­nings­zen­trum erheb­li­che Nachteile.

Denn die Kunst- und Hybrid­ra­sen­flä­chen verbrei­ten, selbst bei Einsatz moder­ner Tech­no­lo­gien, erheb­li­che Mengen an schäd­li­cher Mikro- und Nano­plas­tik in die Umwelt. Sie heizen sich zudem viel stär­ker auf als natür­li­cher Boden und fallen damit als Kalt­luft­ent­ste­hungs­flä­che und Frisch­luft­schnei­se weg. Dabei ist schon jetzt die Hitze­be­las­tung beson­ders für den Monhei­mer Süden im Sommer häufig kritisch, die zuneh­men­de Klima­er­wär­mung wird diese Situa­ti­on weiter verschär­fen. Auch Stark­re­gen­er­eig­nis­se werden weiter zuneh­men. Derzeit wird das Regen­was­ser auf der Fläche in ausge­dehn­ten natür­li­chen Mulden gesam­melt und versi­ckert von dort lang­sam in den Unter­grund statt in die umlie­gen­den Gebie­te. Werden dort Fußball­plät­ze gebaut, fällt diese Puffer­funk­ti­on weg, künst­li­che Reten­ti­ons­be­cken wären ein unzu­rei­chen­der Ersatz.

„Die Bebau­ung dieser ökolo­gisch hoch­sen­si­blen Fläche wäre ein schwe­rer Fehler für Monheim und die Regi­on“, so Manfred Krau­se, Vorsit­zen­der der Grünen Regionalratsfraktion.

„Klima­schutz, Arten­viel­falt und der Schutz vor Hoch­was­ser müssen Vorrang vor weite­ren Flächen­ver­sie­ge­lun­gen haben.“

Die Grünen fordern Bayer 04 auf, von ihren Maxi­mal­for­de­run­gen abzu­rü­cken und alter­na­ti­ve Lösun­gen zu prüfen. Eine verklei­ner­te Planung oder ein dezen­tra­ler Ansatz könn­ten neue Möglich­kei­ten eröff­nen – etwa auf bereits versie­gel­ten oder weni­ger sensi­blen Flächen im Lever­ku­se­ner Stadtgebiet.

„Bayer 04 steht in der Verant­wor­tung, ein Trai­nings­zen­trum zu reali­sie­ren, das mit den Inter­es­sen von Natur, Klima und Bevöl­ke­rung im Einklang steht. Monheim darf dafür nicht seine letz­ten ökolo­gisch wert­vol­len Frei­flä­chen opfern, die auch als letz­te große Biotop­ver­bin­dung Rich­tung Langen­feld und das Bergi­sche Land von wich­ti­ger regio­na­ler Bedeu­tung sind“, so Krau­se abschließend.

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