Blick auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche Buschfeld währen der Ortsbesichtigung des Regionalrates am 29.4.26

Foto:Manfred Krause

Kann das Buschfeld/Solingen dauerhaft als Freiraum und landwirtschaftliche Fläche gesichert werden? Ortsbesichtigung des Regionalrats soll Klärung vorbereiten!

 

Seit über 10 Jahren versucht die Stadt Solin­gen, gestützt durch eine brei­te Stadt­rats­mehr­heit, das im Itter­tal hin zur Haaner Stadt­gren­ze gele­ge­ne Busch­feld, eine knapp 20ha große, über­wie­gend land­wirt­schaft­lich genutz­te Fläche, dauer­haft als Frei­raum zu erhalten.

Zwei­mal schon hat der Regio­nal­rat darüber abge­stimmt, ob es ein entspre­chen­des Regio­nal­plan­än­de­rungs­ver­fah­ren geben soll: Vor Jahren gab es ein Stim­men­patt, aber letz­tes Jahr war die Mehr­heit des Regio­nal­ra­tes (gegen die Stim­men von CDU und FDP) für ein solches Verfahren.
Deshalb legte die Bezirks­re­gie­rung eine entspre­chen­de Beschluss­fas­sung für den 2026er März-Sitzungs­block vor.

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Links zu den Anlagen

Doch die CDU woll­te zuvor (noch einmal) eine Orts­be­sich­ti­gung, der einhel­lig zuge­stimmt wurde (obwohl eigent­lich fast alle das Gebiet kennen dürf­ten oder soll­ten). Am 29.4. war es bei gutem Wetter so weit: etwa ein Drit­tel der Regio­nal­rats­mit­glie­der war anwe­send. Gut vertre­ten auch die Solin­ger Stadt­ver­wal­tung und die Bürger­initia­ti­ve „Rettet das Itter­tal“[Link auf Home­page] , die sich seit fast 15 Jahren dafür einsetzt, dass das Itter­ta­ler Bach­tal zwischen Hilden-Haan-Solin­gen und Wupper­tal nicht noch weiter durch Gewer­be- und Wohn­ge­bie­te zuge­baut wird.

Die Mitglie­der der Bürger­initia­ti­ve, die sich auch zu Wort melde­ten, verteil­ten einen Flyer, der wich­ti­ge Argu­men­te zum Erhalt der Fläche Busch­feld, einge­rahmt durch mehre­re Natur­schutz­ge­bie­te und Bach­tä­ler, aufzeigte.

Link: Flyer der BI

Zu Beginn der Orts­be­sich­ti­gung stell­ten die Regio­nal­pla­ne­rin­nen der Bezirks­re­gie­rung und der Solin­ger Planungs­de­zer­nent ihre jewei­li­gen Sicht­wei­sen dar. Schwer­punkt der Diskus­si­on war hier die Frage, wieviel Gewer­be­flä­che muss die Stadt Solin­gen (gemäß dem Regio­nal­plan) vorhal­ten: Die Bezirks­re­gie­rung verwies auf ein Defi­zit von ca. 30 ha (bei insge­samt rech­ne­risch vorzu­hal­ten­den 120 ha), die Stadt Solin­gen beton­te, dass sie an ande­rer Stel­le gera­de auch im Itter­tal neue Gewer­be­ge­bie­te plane­risch erschlie­ßen würde, wohin­ge­gen die Bürger­initia­ti­ve beton­te, dass die alten Berech­nun­gen über­holt seien und in den letz­ten Jahren kaum noch ein Hectar zusätz­lich als Gewer­be­flä­che hinzu­ge­kom­men wäre.

Wir wiesen darauf hin, dass nur einen Kilo­me­ter entfernt ein großer Räder­her­stel­ler vor weni­gen Jahren in Konkurs gegan­gen und seinen Betrieb geschlos­sen hätte. Acht Hectar zusätz­li­che Gewer­be­flä­che stän­de zur Verfü­gung. Schwer­punkt müss­te es sein, solche Gewer­be­bra­chen nicht verfal­len zu lassen, sondern für neue Gewer­be­an­sied­lun­gen bereitzustellen.

Bezirks­re­gie­rung, Solin­ger Stadt­ver­wal­tung und Bürger­initia­ti­ve legen den anwe­sen­den Regio­nal­rats­mit­glie­dern ihre Stand­punk­te dar – Foto: Manfred Krause

Dann ging es auf das frisch gemäh­te Feld. Auf der Kuppen­la­ge des „land­wirt­schaft­li­chen Filet­stücks“ (so die Land­wir­tin und Päch­te­rin des Gelän­des Frau Nau) dreh­te sich der Diskus­si­ons­schwer­punkt und die Stim­mung: Ökolo­gi­sche Themen und Ernäh­rungs­si­cher­heit rück­ten in den Vordergrund.

Augen­fäl­lig die Bedeu­tung des Busch­felds als Kalt­luft­ent­ste­hungs­ge­biet für die angren­zen­de Wohn­be­bau­ung. Rings­um kamen jetzt auch die Natur­schutz­ge­bie­te in den Blick und die Rolle des Busch­fel­des als wich­ti­ge Biotop­ver­bin­dungs­flä­che in einem größe­ren Biotop­ver­band zwischen Wupper­tal bis hin zur Rhein­schie­ne in Benrath/Urdenbach. Und die (CDU-)Ratsvertreter aus Haan warn­ten vor dem poten­ti­el­len Schwer­gü­ter­ver­kehr durch ihre Innenstadt.

Doch am eindrück­lichs­ten blie­ben zum Schluss der Orts­be­ge­hung viel­leicht die Worte der beiden Land­wir­te Meins­ma und Nau: Ein solches Gebiet gäbe es nicht mehr in Solin­gen. Frau Nau beton­te, dass sie die Fläche vor zwei Jahren auf Wunsch der Eigen­tü­mer, hier in Zukunft ökolo­gisch zu produ­zie­ren, über­nom­men hätte. Jetzt würde Bioge­trei­de unter ande­rem für die Regio­nal­bä­cke­rei Schü­ren ange­baut, eine perfek­te regio­na­le Kreis­lauf­wirt­schaft ohne Zwischen­han­del. Land­wirt Meins­ma von der Orts­bau­ern­schaft verwies dabei auf die zuneh­men­de Bedeu­tung von Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät in unse­rem Land.

Fazit: Eine gelun­ge­ne Orts­be­sich­ti­gung bei gutem Wetter, die hoffent­lich auch die Initia­to­ren über­zeugt hat, den Erhalt des Busch­felds als Frei­raum und land­wirt­schaft­li­che Fläche zu sichern. Die Solin­ger CDU-Regio­nal­rä­tin Frau Riege beton­te jeden­falls im Gespräch, sich für den Erhalt der Fläche einzu­set­zen. Im Juni soll in den Gremi­en des Regio­nal­ra­tes die Entschei­dung über einen betref­fen­den Aufstel­lungs­be­schluss getrof­fen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

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