Foto: Kraftwerk am Niederrhein von falco, pixabay

Letzte Sitzung des Regionalrates im Dezember 2020 – Grüner Änderungsantrag

Zu einer weiteren wichtigen Entscheidung hat die GRÜNE Fraktion im Regionalrat Düsseldorf einen Änderungsantrag eingebracht:

Änderung des Regionalplanes Düsseldorf im Gebiet der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Rommerskirchen (Kraftwerksfolgenutzung und Siedlungsraumentwicklung) 

Was wird aus dem Gelände des Kohlekraftwerks Frimmersdorf?

Dazu haben wir beantragt, den Beschlussvorschlag zu ergänzen:(….) mit der Ausnahme, dass die Flächen Frimmersdorf 3,4,und 5, sowie die Fläche Rommerskirchen(Rhein-Kreis Neuss, Gemeinde Rommerskirchen) nicht weiterverfolgt werden.“

Grund­sätz­lich steht die Frak­ti­on von Bünd­nis 90/DIE GRÜNEN der Umnut­zung des Kraft­werk­stand­or­tes Frim­mers­dorf posi­tiv gegen­über, mit Ausnah­me der Flächen Frim­mers­dorf F3, F4, und F5, sowie der Fläche Rommers­kir­chen. Insge­samt muss man den Eindruck bekom­men, dass gerne RWE bei seinen nach­voll­zieh­ba­ren Kraft­werks­fol­ge­nut­zungs­plä­nen und die örtli­chen Behör­den die Gunst der Stun­de nutzen wollen, zahl­rei­che weite­re neue Gewer­be­ge­bie­te im Frei­raum auszu­wei­sen. Dies sehen wir in Abspra­che mit den örtli­chen Grünen Frak­tio­nen kritisch.

Für die Fläche 3 soll­te eine Umwid­mung in ein Gewer­be­ge­biet ermög­licht werden, wodurch eine land­wirt­schaft­li­che Teil­flä­che zukünf­tig teil­ver­sie­gelt werden kann. Zudem grenzt die Fläche östlich an den Welchen­berg, in dessen ein Hinter­grund sich ein Wald­stück anschließt, dessen Willi­bro­dus-Brun­nen ein kultur­his­to­risch wert­vol­les Merk­mal darstellt.

Bei der Fläche F4 handelt es sich um einen allge­mei­nen Frei­raum und Agrar­be­reich, der direkt an die rena­tu­rier­ten Erft-Auen angrenzt, weshalb wir eine Umwid­mung in ein Gewer­be­ge­biet aus Grün­den des Hoch­was­ser­schut­zes ablehnen.

Der Bereich der Fläche 5 ist bislang für eine Folge­nut­zung Wald vorge­se­hen, was wir beson­ders unter Berück­sich­ti­gung des Wald­zu­stands­be­rich­tes des Jahres 2020 und den notwen­di­gen Maßnah­men zur Anpas­sung an den fort­schrei­ten­den Klima­wan­del auch zukünf­tig so beibe­hal­ten wollen.

Weite­re land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­chen sollen auf der Fläche Rommers­kir­chen als Gewer­be­ge­biet ausge­wie­sen werden können, obwohl die Umwelt­aus­wir­kun­gen als erheb­lich schutz­gu­t­über­grei­fend prognos­ti­ziert sind. Es handelt sich um hier um schutz­wür­di­ge Böden (Parab­rau­ner­de) und gleich­zei­tig klimare­le­van­te Böden mit großem Wasserrückhaltevermögen.

Leider konn­ten sich die ande­ren Frak­tio­nen unse­rer Auffas­sung nicht anschlie­ßen, so dass nun auch diese Flächen in Gewer­be­ge­biet umge­wan­delt werden dürfen, obwohl Manfred Krau­se als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der in seinem Beitrag mit eindring­li­chen Worten, aber in der gebo­te­nen Kürze dafür gewor­ben hat.

Erneut wurde die Chan­ce verge­ben Natur, Frei­raum, Gewäs­ser und kultur­his­to­risch Bedeut­sa­mes vor der Versie­ge­lung zu bewah­ren – hier hätte etwas mehr Mut eine deut­li­che Strahl­kraft entwi­ckeln können!

Link zu unse­rem Antrag:

http://www.brd.nrw.de/regionalrat/sitzungen/2020/RR2020_83RR_TOP7_TV.pdf

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